Selbstgemacht vs gekauft: Die Pizza

Beim Abnehmen ist es wichtig die Waage zu halten zwischen Kalorienaufnahme und –verbrauch. Ich habe Zeit und die Muse, so dass ich es mir leiste alles selbst zu kochen und verzichte auf Convenience-Food. Das aus mehreren Gründen:
  • ich glaube es ist gesünder
  • ich glaube es hat weniger Kalorien
  • ich weiß was drin steckt.
  • und wie oben beschrieben ich liebe es selbst zu kochen.

Deshalb werde ich ein paar Sachen auf den Leist nehmen und versuchen, mit meinen eigenen Möglichkeiten, herauszufinden ob ich Recht habe. Oder ob die Fertigprodukte oder zum Teil vorgefertigten Produkte mit dem der Hausmannskost mithalten können. Vielleicht sind sie ja sogar besser.

Dieses erste Mal möchte ich eines der Lieblingsprodukte meiner Kinder und zugegeben mir, testen: die Pizza! 

 

Pizza besteht bekanntlich aus zwei Teilen: dem Teig und dem Belag

Der Teig

Ich habe lange nach dem perfekten Teig gesucht. Unzählige Versuch mussten meine Kinder überstehen aber die Suche hat sich dann irgendwann gelohnt. Auf einer Internetseite für Pizzaöfen fanden wir das Rezept. Das Rezept mit dem, für uns, besten Teig.

Die Zutaten für diesen Teig sind sehr übersichtlich:

  • 500 gr Mehl
  • ungefähr 10 gr frische Hefe
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1-2 Suppenlöffel Olivenöl
  • 300 ml Wasser

Die Herstellung des Teiges ist recht einfach:

Mehl in eine Schüssel und alle Zutaten in eine Mulde im Mehl schütten. Etwas warten! So kann sich die Hefe im Wasser etwas auflösen und dann alles gut kneten. Gut kneten, heißt gut kneten. Am besten mit einer Küchenmaschine oder aber per Hand und für mindestens 8 bis 10 Minuten.

Dann ist der Teig aber noch nicht fertig. Jetzt kommt das wichtigste, neben dem Belag. Ruhe. Der Teig braucht Ruhe. Da es sich um einen Hefeteig handelt muss dieser erst einmal aufgehen. Wenn man keine Geduld hat oder ganz kurzfristig die Pizza geplant hat den Teig, einfach bei Zimmertemperatur, für eine ½ Stunde, aufgehen lassen. Das Ergebnis wird, auf jeden Fall, hervorragend sein. Aber es geht besser. Lassen sie, wenn sie Zeit haben, den Teig für ungefähr 12 Stunden, ganz langsam im Kühlschrank reifen. Sie müssen nur darauf achten, dass der Teig nicht austrocknet. Ich lege ihn in eine Schüssel, die groß genug ist und spanne eine Frischhaltefolie über die Schüssel. Stechen sie mir einem Messer ein paar kleine Löcher in die Folie.

Nach dem Aufgehen; also entweder während der kurzen ½ Stunde, bei Zimmertemperatur oder langsam im Kühlschrank. Nehmen sie den Teig und kneten ihn noch einmal behutsam durch. Dann teilen sie den Teig in 8 Portionen. Aus den 8 Portionen formen sie Kugeln und dann die Pizza. Das geht entweder mit dem Nudelholz oder durch werfen, wie beim Italiener im Fernsehen oder auf Youtube.So jetzt ist schon der schwierigste Teil erledigt. Oder nein, der schwierigste Teil kommt erst. Was soll auf die Pizza? Hier muss jeder seine Entscheidung treffen. 

Der Belag

Für den Belag benötigt man alle Zutaten die man auf seiner Lieblingspizza haben möchte. Wir beschränken uns hier auf eine normale „Spezial“. Darauf gehören:

  • Tomatenmark
  • Mozzarella
  • Salami
  • Schinken
  • und gute frische Champignons

Die ersten 2 Zutaten gehören auf jede Pizza! Das Tomatenmark einfach ganz dünn auf der nackten Pizza verteilen. Dann mit der Salami, Schinken und in Scheiben geschnittenen Champignons belegen. Erst zum Schluss ob drauf den ebenfalls in Scheiben geschnittenen Mozzarella verteilen.

Dann kommt das große Geheimnis der guten selbstgemachten Pizza. Schieben sie diese Pizza jetzt in ihren auf maximal Temperatur vorgeheizten Backofen. Das werden 250 oder 300° Celsius sein. Verwenden sie unbedingt Ober und Unterhitze! Und sehr wichtig das Backblech muss auch vorgeheizt sein. Legen sie die Pizza direkt auf das glühend heiße Backblech.

Schon nach wenigen Minuten werden sie sehen wie die Pizza sich verändert und immer schmackhafter aussieht. Durch die sehr hohe Temperatur backen sie die Pizza ähnlich wie der Italiener im Holzbackofen. Ein guter Holzbackofen wird eine Temperatur von um die 350° Celsius haben. Das werden sie nicht erreichen aber verschiedene Backöfen packen die 300° C.

Gesünder ist die Pizza, wenn sie nicht nur die Pizza essen, sondern noch einen guten Salat dazu nahmen. Mmmmh das schmeckt.

Der Vergleich

Jetzt kommt der große Vergleich. Welche unserer Pizzen kann mehr Punkte sammeln. Wir vergleichen die selbst gemachte Pizza mit einer x-beliebigen aus dem Kühlregal. Eine „normale“ TK-Pizza.

Preis

Um den Preis zu ermitteln verwende ich Preise von qualitativ guten Produkten. Also nicht das Billigste. Zusätzlich runde ich alle Preise nach oben auf. Das verzehrt zwar den Preis aber wir sind bestimmt immer noch fair gegenüber der Konkurrenz. So kostet uns der Teig alleine 1,2€.

Für den Belag habe ich 7 € ausgegeben. Dabei kommen der Schinken und die Salami vom Metzger aus dem Dorf (wir bezeichnen als Dorf das Geschäftszentrum unserer kleinen Stadt). Wenn ich „einfachere“ Ware aus dem Supermarkt genommen hätte wäre der Preis entsprechend geringer. Also kosten meine Pizzen mich 8,2€. Daraus ergibt sich ein Kilopreisvon ungefähr 6,2€.

Und jetzt der Preisvergleich. Hier kann erstaunlicherweise die selbstgemachte Pizza punkten, denn die Tiefkühlpizzakosten um die 8€ pro Kilo.

Zeit

Natürlich kann die selbstgemachte Pizza in Punkto Zeitaufwand nie mit dem Fertigprodukt mithalten. Wir machen den Teig, lassen den Ruhen, belegen ihn um backen das Ganze dann. Während der Zeit wo der Teig ruht kann man ja ohne Probleme andere Sachen erledigen. Also darf man diese Zeit nicht mitrechnen. Aber das ganze Kneten und verarbeiten summiert sich auf schätzungsweise eine halbe Stunde. Dann nach, sagen wir mal 5 Minuten backen. So benötigen wir für die selbst gemachte Pizza gut über eine halbe Stunde.

Für die Fertigpizzen ist der Aufwand entsprechend weniger. Aus dem Tiefkühler nehmen, aus der Verpackung und Folie befreien und dann 10-15 Minuten backen.

Das bedeutet die doppelte bis dreifache Zeit benötigen wir für das selbstgemachte Produkt.

Geschmack

Hier hatte ich „leider“ kein neutrales Publikum. Meine Familie war auf jeden Fall einstimmig der Meinung das selbstgemachte schmecke viel besser. Aber hier kann ich auch auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Jedes Mal wenn ich für Besuch, meistens, wenn Kinder dabei waren, Pizza machte, waren die Gäste begeistert. Es gab immer nur Lob.

Also hier Punktet, wenn auch nicht neutral ermittelt, die eigene selbst gemachte Pizza.

Kalorien

Dann kommen wir zu den beliebten Kalorien. Ich habe hier einen Durchschnittwert ermittelt für die beliebtesten Fertigpizzen. Da komme ich auf 830 kcal bei einer Portion von 350 Gramm. Die einen Hersteller haben Pizzen von 330 Gramm andere von 350 Gramm. So dass ich hier auch den Wert für 350 Gramm nehme und nach dem rechnen auch etwas abgerundet habe.

Aber das Spannende ist jetzt wie sieht es mit unserer Pizza aus? Wie viele Kalorien verstecken sich in unserer Kreation.

Wieder fangen wir nur mit dem Teig an. Ich nutze einen Online-Rezeptrechner. Das ist eine kleine Internetplattform wo man einfach die Zutaten eingibt und die Seite errechnet dann anhand dieser die Kalorien die in den Lebensmitteln stecken. Wie präzise das ist kann ich leider nicht beurteilen. Verändert sich die Kalorienausbeute noch durch das zubereiten oder nicht?

Im Teig stecken insgesamt somit 2042 kcal. Das ist, zugegeben, ein sehr hoher Wert. Aber das ist für den ganzen Teig. Mit dem können wir aber sehr viele Pizzen machen. So müssen wir diesen Wert relativ zu den Pizzen sehen. Im normalen mache ich mit diesem Teig mindestens 8 Pizzen. So bleiben „nur“ noch 255 kcalfür jede Pizza.

Für den Belag, der aus Tomatenmark, Schinken, Salami, frischen Champignons und Mozzarella besteht, errechne ich 1238 kcal. Das macht dann 155 kcal pro Portion. In der Summe haben wir dann für die ganze Pizza, die bei mir 170 Gramm wiegt, 410 kcal. Natürlich kann jeder seinen Belag oder seine Pizza-Größe frei wählen aber diese etwas kleineren Pizzen lassen sich einfacher in den Backofen schieben.

Deshalb müssen wir jetzt die Kalorien auf einen gemeinsamen Nenner mir der Fertigpizza bringen. Da alle Hersteller immer die 100 Gramm Portion in den Nährwerttabellen aufführen, rechnen wir hier den Kalorienwert für meine Pizza. 100 Gramm selbst gemachte Pizza enthalten 241 kcal.

Für den Vergleich habe ich die Nährwerttabellen verschiedener Hersteller verglichen und erstaunliches festgestellt. Die Kalorien liegen sich, mit im Durchschnitt 244 kcal, nicht aus den Füssen.

Also hier kann unsere Pizza nicht mehr Punkte gewinnen. Hier muss man fairerweise ein Gleichspiel anerkennen.

Fazit

Natürlich sind hier alles gerechnete Werte und so genau darf man die nicht nehmen. Kaufen sie billigeres Mehl verändert sich der Preis. Aber es soll eine Idee geben wie die Realität aussieht und darf nicht als bare Münze genommen werden. Vielleicht lieben sie mehr Schinken als Salami auf ihrer Pizza und schon ist sie teurer.

Also bei der Zeit siegt die Tiefkühlpizza. Beim Preis siegt die Selbstgemachte. Beim Geschmack geht der Punkt auch an die Selbstgemachte. Bei den Kalorien hat keiner gewonnen.

So steht es 2:1 für die selbstgemachte Pizza.

Versuchen sie es doch einmal! Trauen sie sich ruhig den Teig selbst zu machen, ihn dann nach Herzenswunsch zu belegen. Beim Backen wird sich dieser Duft verströmen, wie beim Italiener, wenn man nah genug beim Ofen sitzt. Und zum Schluss der Geschmack. Ich bin überzeugt sie werden öfter Pizza selbst machen.

Das wichtigste aber ist es ausgewogen zu essen. Egal ob mit der Tiefkühlpizza

oder der Selbstgemachten, es gehört ein guter Salat dazu. Das macht den Hauptunterschied ;) 

 

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About the author

Nico Brettner

Ech, Nico, kommen aus der Mëtt vun de 70er a liewe mat menger léiwer Fra an eisen 2 Kanner am Süden (just am Süde vu Lëtzebuerg).

Mat enger ganz grousser Portioun Optimismus (ech mengen do sinn ech als Kand an e Zauberdëppe voll Optimismus, getrollt) an ëmmer gudder Laun probéieren ech mäin Alldag als Hallefzäit Hausmann an Informatiker ze meeschteren.

Zënter ëmmer kämpfen ech mat Fieder a Bläistëft fir eng nach besser Welt a säit 2008 schreiwen an illustréieren ech Bicher an Artikelen.