„Péckvillercher“ – Typisch Luxemburg

Traditionelle Emaischen am Ostermontag

Wenn am Ostermontag in Luxemburg der Gesang der Nachtigall oder der Ruf des Kuckucks zu hören ist, liegt das daran, dass wieder „Emaischen“ ist. Den traditionellen Markt, auf dem vornehmlich die liebenswerten „Péckvillercher“ – aus Ton gebrannte Vogelpfeifen – verkauft werden, sollte man sich nicht entgehen lassen. Sei es auf dem hauptstädtischen „Fëschmaart“ oder in Nospelt, die Auswahl der bunten Vogelschar ist groß.

 

Viele Luxemburger und auch immer mehr ausländische Künstler machen sich eine Ehre daraus, jedes Jahr neue „Péckvillercher“ zu entwerfen. So sind die speziellen Tonvögel mittlerweile zu gesuchten Sammlerobjekten geworden. Ein Orginal-„Péckvillchen“ muss übrigens einen Ton in zwei verschiedenen Höhen spielen können. Es gibt aber sogar welche auf denen man eine ganze Oktave pfeifen kann.

Der wahre Ursprung der „Emaischen“, die sich mittlerweile zu einem beliebten Volksfest und einer wahren Touristenattraktion entwickelt hat, ist nicht genau bekannt. Die „Emaischen“ auf dem „Fëschmaart“ in der Hauptstadt gibt es in ihrer jetzigen Form seit 1937. Man vermutet, dass der Markt seinen Namen dem Evangelium am Ostermontag (die Geschichte der beiden Emmausjünger) zu verdanken hat. Er könnte auch in Zusammenhang mit dem Markt stehen, den die Zunft der Luxemburger Töpfer ehemals am Ostermontag vor der St. Michels Kirche abgehalten haben.

 

Nospelt – bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Dorf der Töpfer – ist bekannt für seinen rot-braunen Ton. Seit 1957 lässt es seine Geschichte mit dem typischen Töpfereimarkt wieder aufleben.

 

Beide Märkte sind auf jeden Fall einen Besuch wert und der Kauf eines „Péckvillchens“, auch noch „Léinefässerchen“, „Spriddelchen“ (Wasserpfeife) oder „Freieschtas“ genannt, macht nicht nur Kindern große Freude. Ich rate, sich früh auf den Weg zu machen, um besonders schöne und begehrte Exemplare zu ergattern. In Nospelt kann man zudem Töpfern bei der Arbeit zusehen oder das „Aulebäckermuseum“ besichtigen. Und wer Glück hat, begegnet vielleicht dem einen oder anderen Mitglied der großherzoglichen Familie bei ihrem alljährlichen Rundgang über die „Emaischen“. 

Photos: © Claudine Freylinger - merlanne.lu

About the author

Claudine Freylinger

Claudine Freylinger, verheiratet, Mutter von zwei Kindern, schreibt seit Dezember 2013 in ihrem ganz persönlichen “kunterbunten” Blog "Merlanne" über DIY, Kochen und Backen, Reisen und ihre Liebe zur Makrofotografie.