Oliver Gorges: Projekt Top 250 in der Weltrangliste

Teil 2

Nach dem 19. Platz beim ETU European Elite Sprint Cup in Funchal ging es für Oliver Gorges weiter nach Mauritius bevor es ihn nach Asien verschlog. Teil 2 von seinem Blog handelt von seiner Zeit auf diesen 2 Kontinenten und seinen Leistungen: 

03.10. – 15.10.2017 ATU African Elite Cup Le Morne / Mauritius

Dann ging es für mich wieder zu einer einmonatigen Reise: ich flog zu einem 12 tägigen Trainingslager nach Mauritius, um mich optimal auf den Rest der Saison vorzubereiten. In Mauritius stand ebenfalls ein Rennen auf dem Programm, der ATU African Cup über die olympische Distanz (1,5km Schwimmen/40km Rad/10km Laufen)! Dort galt es weiter fleißig Punkte sammeln. Nach dem Schwimmen befand ich mich in einer sechs Mann großen Führungsgruppe. Die Radstrecke war nur flach und stellte keine größeren Herausforderungen dar. Was ich aber dann während diesem Rennen erleben durfte, das war eine richtige Erfahrung! Die ersten 30km wurden schnell gefahren und ein Athlet aus Namibia versuchte immer wieder durch seine wuchtigen Antritte, sich von uns zu lösen bzw. unseren Körper bei der enormen Hitze zu schwächen. Als wir dann km 30 erreichten und da wir uns alle sehr gut kennen, wurde dann ein Gang zurückgeschaltet und sich auf die abschließenden 10km Laufen vorbereitet. Bis dahin wurde dann einfach mal gemütlich „geradelt“. Ein Fehler des Wettkampfrichters wurde drei Athleten inklusive mir dann noch zum Verhängnis, sodass wir eine 15 Sekunden Strafe absetzen mussten, die eigentlich keine war. Ich fand mich also nach 5km an 4. Stelle zurück und wollte mehr! In der dritten Runde konnte ich den Drittplatzierten einholen und ließ ihn auch gleich stehen. Diese Position ließ ich mir nicht mehr wegnehmen, so dass ich als 3. dieses Rennens satte 256 Punkte erreichen konnte. Dadurch machte ich einen Sprung von 237 Plätzen und befinde mich momentan auf Platz 297, „nur“ noch 120 Punkte hinter dem 250. Platz. Die zweite Woche in Mauritius wurde dann gut mit Training gefüllt, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz, sodass ich am zweitletzten Tag dann doch profitierte, um mit den Delfinen im Meer zu schwimmen. 

Von Afrika nach Asien - Sprung zwischen zwei Kontinenten

15.10. - 22.10.2017 ASTC Asian Elite Sprint Cup Hongkong

Für mich war diese Reise etwas ganz Besonderes. Da ich noch nie in Afrika oder Asien war, konnte ich direkt beide Kontinente ein wenig entdecken und an Erfahrung gewinnen. In Hongkong wurde es dann noch etwas unerträglich in puncto Klima. 30 Grad mit 70 % Luftfeuchtigkeit war dann doch etwas anderes als ein Oktober in Luxemburg. J Im Trainingslager ging es jetzt nur noch darum, die restlichen Einheiten bis zum Wettkampf korrekt abzuschließen und sich wieder etwas von den Strapazen zu erholen. Beim Asien Cup über die Sprintdistanz waren 76 Athleten am Start, unter anderem auch zwei Athleten, die in Rio bei den Sommerspielen letztes Jahr am Start waren. Diese Beiden konnten das Rennen auch unter sich ausmachen und die ersten Plätze belegen. Für kam es zu einem Schock am Ende. Beim Start konnte ich mich mit den ersten im Schwimmern einordnen, bevor mir dann ein Missgeschick zum Verhängnis wurde... Das Kayak des Führenden vor mir hatte die gleiche Farbe wir die erste Boje, jedoch fuhr das Kayak nicht zur Boje sondern nach links raus. Ich bemerkte diesen Fehler erst, als ich die erste Boje an ungefähr 20. Stelle umschwomm und leider nicht mehr in der Spitze vertreten war. Somit fand ich mich in der zweiten Radgruppe wieder, die gar nicht zusammenarbeitete. Es war eine neue Erfahrung für mich denn – wie ich schon gewarnt wurde, fuhren die asiatischen Athleten etwas „anders“ Fahrrad als ich es gewohnt bin. Keiner beteiligte sich an der Arbeit, sodass ich mich mit einem Kanadier alleine auf die Verfolgung machte. Leider konnten wir nur noch den Rückstand etwas verkleinern, sodass aus phasenweise 2 Minuten Rückstand „nur“ 1:30 Minute wurde. Auf der Laufstrecke konnte ich mich, wie so oft dieses Jahr, von meiner besten Seite präsentieren und erfüllte einen soliden Laufpart! Ich kam als 19. als Ziel, musste aber nach langem Rechnen feststellen, dass ich die 74 Punkte nicht erhalte, weil ich einen Rückstand von 6,06 % auf den Ersten hatte. Um Punkte zu bekommen, muss man nämlich unter 6 % hinter dem Sieger sein, in meinem Fall fehlten lediglich 3 (!!!) Sekunden... Die Enttäuschung ist dementsprechend groß, da ich die Punkte gut gebraucht hätte. Jedoch muss man direkt damit abschließen und sich weiter fokussiert auf die nächsten Aufgaben konzentrieren. Im Hochleistungssport wird nunmal jeder kleiner Fehler bestraft.

Natürlich kam auch hier der Spaß nach dem Rennen nicht zu kurz und ich konnte noch einen Tag in dem Herzen Hongkongs profitieren, um unter anderem einige Tempel zu besichtigen oder aber einige neue Snacks auszuprobieren. ;-)

22.10. – 28.10.2017 ITU World Elite Sprint Cup Tongyeong / Südkorea

Zum Abschluss eines kraftraubenden Monat werde ich dann bei meinem ersten Weltcup meiner Karriere teilnehmen. Über dieses Rennen werde ich im nächsten Blog ausführlich berichten. Stay tuned!

About the author

Oliver Gorges

Mein Name ist Oliver Gorges, ich bin 19 Jahre alt und lebe derzeit in Grevenmacher. Ich habe während den letzten drei Jahren das Sportlycée in Luxemburg-Cents besucht. Seit mittlerweile 6 Jahren betreibe ich die Sportart Triathlon (Schwimmen - Radfahren - Laufen) und gehöre seit vier Jahren zum Elite Junioren Nationalkader der luxemburgischen Nationalmannschaft. Ich nehme hauptsächlich an ITU (Dachverband des Triathlons) Rennen teil, um unser Land und mich selbst gut zu vertreten! Das heißt, dass ich überwiegend an Kontinentalcups, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Weltcups und WTS (WM-Tour) teilnehme. Ich bin beim CA Belvaux lizenziert und habe auch zwei ausländische Teams; Metz Triathlon (FRA) und WMF BKK Team AST Süßen (GER). Natürlich nehme ich auch an regionalen Wettkämpfen teil. Derzeit bin ich bemüht Sportsoldat zu werden. Bei Fragen oder sonstiges können Sie mich unter gorgesoli@gmail.com kontaktieren.