Fit auf dem Mullerthal Trail

Die Saison 2016-2017 fand mit der Weltmeisterschaft in Leipzig Ende Juli ihr Ende. Mit einem 42.Platz konnte ich zufrieden in die Sommerferien gehen.

Um aber während der Fechtpause nicht ganz meine Fitness zu verlieren, liebe ich es mit meiner Familie Wanderungen zu unternehmen. Der Europaweg zur Europahütte in der Schweiz, die drei Zinnen in den Dolomiten und das Dachsteingebirge in Österreich hatten wir die letzten Jahre schon bewandert. Dabei sind wir immer mehr auf den Geschmack des Gepäcktransports gekommen und inzwischen gibt es viele Anbieter, die solche Touren anbieten. Auch in Luxemburg ist dies neuerdings möglich wo der 120 km lange Müllerthal erlebt gerade einen neuen Hype erlebt. Auch wir wollten diesen Trend folgen und stellten und somit auf www.trailhotels.lu unsere 5 tägige Route zusammen.

Tag 1: Von Moersdorf nach Echternach.

Am ersten Tag, nachdem wir ein bombastisches Frühstück zu und genommen haben, sind wir mit dem Bus zu unserem Startpunkt in Moersdorf gefahren. Die erste Etappe führte von dort über Rosport nach Echternach und zurück. Auf rund 20 km erwartete und ein Aufstieg von insgesamt 550m. Die Route fänkt auch zu Beginn einem knackigen Anstieg an. Über Feldwege geht es über Born dann weiter nach Rosport, ein Dorf das sich ideal als Platz für die Mittagspause eignet und wo wir ein lokales Museum besichtigt haben. In diesem Museum wird die Arbeit von Henri Tudor vorgestellt, dem luxemburgischen Ingenieur der mit seinem Blei Akkumulator, die elektrische Energie Speicherung revolutionierte. Nach Rosport ging es weiter durch den Wald, wo die ersten Steinformationen zum Vorschein kommen in Richtung Echternach. Schon am ersten Tag fiel uns auf wie gut der Mullerthal Trail beschildert ist.

Weiter ging es an der Sauer entlang nach Echternach zurück.  In Echternach vor Ort lohnt sich natürlich ein Besuch in der Basilika, wo man in der Gruft das Grab vom heiligen Willibrord besuchen kann. Zu empfehlen ist auch der Mini Golf Platz im Echternacher Park.

Tag 2: Von Moersdorf nach Echternach über Mompach, Herborn

Am zweiten Tag gingen wir den Rest der Route 1 in der es von Moersdorf wieder bergauf aufs Plateau ging. Durch kleine Luxemburger Dörfer führt der Weg durch den Wald an Herborn vorbei nach Echternach. Als wir hinter Herborn den Wald erreichten entdeckten wir eine kleine Oase mit einer Bank, die mitten im Wald stand. Während wir unser Pic-Nic vom Hotel vernichteten hatten wir das Glück einige Rehe zu erblicken. 

Am Echternacher See angekommen drehten wir noch eine kleine Runde um den See. Hier lohnt sich auch ein Besuch bei der Jugendherberge, wo man in der Kletterhalle seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.

Tag 3: Von Consdorf nach Berdorf

 

An Tag 3 hieß es Koffer packen: die nächsten Nächte würden wir in Berdorf verbringen. Doch erst einmal stand uns die wohl schönste Etappe des Müllerthal Trails bevor: von Consdorf über die Heringermillen nach Berdorf.

Direkt hinter Consdorf fangen die skurrilen Felsformationen an, die gleichermasen skurile Namen tragen wie z.B. Goldkaul, Goldfralay, Eilebuerg und Schelmelay. Mit Taschenlampen bewaffnet wagten wir uns durch die enge Kuelscheier Höhle hindurch. Danach ging es weiter Richtung Schiessentümpel, dem wohl bekanntesten Luxemburger Wasserfall.

Zwischen den Touristen schlängelten wir uns Richtung Heringer Millen durch. 

Weiter ging es dann Richtung Berdorf wo Felsen wie der Perecop, Hohllay, Teufelsinsel, Predigtstuhl, Roitzbachschlüff, Tour Malakoff, Labyrinth, Siebenschlüff, darauf warteten bestiegen  zu werden. Mein Favorit war der Predigtstuhl da er eine tolle Aussicht bietet. Kurz vor Berdorf kamen wir noch an den Sandsteinfelsen Wanterbaach vorbei, beliebtes Ausflugsziel von Kletterern, bevor wir doch etwas müde unser Hotel erreichten. Die  rustikale Zimmereinrichtung unseres Hotels ließ uns etwas schmunzeln, aber das Frühstück war einfach genial. Von Eiern, Speck bis hin zu Lachs war alles da was zu einem Frühstück gehört und auch die Bedienung war super freundlich. Am Abend gönnten wir uns eine Wainzossis und waren wieder ganz begeistert.

Tag 4: Von Berdorf nach Beaufort und zurück

Durch die Berdorfer Räuberhöhle und über die Adlerhorsttreppen ging es steil bergab nach Grundhof an die Sauer, um auf der anderen Seite wieder durch den Wald hoch nach Beaufort zu steigen. An der Beauforter Burg machten wir Mittagspause. Die Burg wurde in vier verschiedenen Bauperioden errichtet, der älteste Teil der Burg entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts.

Als der Dreißigjährige Krieg damals Beaufort ruinierte musste der Besitzer die Burg verkaufen. 1639 erwarb Johann Baron de Beck, Statthalter der Provinz Luxemburg für den spanischen König, den größten Teil davon. Langsam verfiel die alte und verlassene Ritterburg. Zu Beginn des 19. Jh. wurde sie sogar als Steinbruch benutzt.Im Jahre 1850 erklärte dann aber der Luxemburger Staat die Burg zum Kulturerbe und 1928 ließ Edmond Linckels den Schutt aus der Burg und dem Brunnen entfernen und machte die Ruinen der Öffentlichkeit zugänglich. Zehn Euro kostet der Eintritt.

Nach unserem Besuch der Burg ging es anschließend durch das Flussbett der Ernz entlang  zurück ins Tal und durch den Wald nach Berdorf zurück.

Tag 5: Von Berdorf nach Echternach

Da es am 5ten Tag wie aus Eimern schüttete, beschlossen wir nur bis nach Echternach zu laufen. Dies war auch ganz angenehm da die rund 7 km durch den Wald die ganze Zeit gemütlich bergab gehen. 

Unser Fazit ist dass es sich auf jeden Fall lohnt in Luxemburg auf Wanderschaft zu gehen. Die Trailhotels bieten ganz unterschiedliche Pakete an, die man nach Belieben verlängern oder verkürzen kann. Der Mullerthal Trail bietet allen Luxemburgern an ihr Land noch einmal neu zu entdecken. 

About the author

Lis Fautsch

Lis Fautsch: Geboren am 3. Februar 1987. Studium: Master in Publizistik- und kommunikationswissenschaften & in Business Administration Sportmanagement. Seit 5 Jahren Profifechterin und Soldatin der Sportfördergruppe der Luxemburger Armee. Ihre Waffe: der Degen. Lis ist Mitglied des „Cercle Escrime Sud“ und des „Heidenheimer SB“ und außerdem Mitglied des COSL-Elitekaders. Ihr Ranking im FIE-Worldranking: Platz 89 (von 672). Ihr großes Ziel: die Olympischen Spiele in Tokio 2020.