Auf in die neue Saison

Fechterin Lis Fautsch

Feed Foto: Fédération Luxembourgeoise d'Escrime

Cover Foto: L'Essentiel 

In 2 Wochen findet in der estnischen Hauptstadt Tallinn der erste Weltcup dieser Saison statt. Um die körperliche Belastung während der Saison auch gut zu verkraften und vor allem verletzungsfrei zu überstehen, steht bei mir und meinen Trainingspartnern im Fechtzentrum Heidenheim, Anfang September immer ein Aufbautraining auf dem Programm.

Der Körper braucht eine gewisse Zeit, um sich wieder an das hohe Trainingspensum zu gewöhnen. Aufbautraining heißt also vor allem zurück an das alte Pensum zu gelangen.

In den ersten Wochen bleibt der Degen vorerst in der Garderobe stehen.  Der Alltag besteht vor allem aus Konditionstraining und Muskelaufbau. Im Kraftraum ist freies Hanteltraining angesagt mit 3 Durchgängen mit 12 Wiederholungen. Drei Einheiten in der Woche sollten es mindestens sein. Um unsere Kondition zu verbessern, stehen wir zweimal in der Woche auf der Tartanbahn. Es werden jeweils 3-mal hintereinander 400, 300, 200 und 100 Meter mit der Pulsuhr absolviert.  

Hinzu kommen nachmittags noch verschiedene Sprungeinheiten und Stabilisationstraining. Die Sprungkraft ist ein wichtiger Bestandteil im Fechtsport damit man auf der Fechtbahn schnell genug die Mensur verändern kann. Wer seinen Gegner mit einem explosiven Angriff überraschen will, braucht schnelle Beine. Oder auch wenn man einen Angriff vom Gegner parieren will muss die Distanz schnell vergrößert werden.  Horizontalsprünge, Sprünge über Hürden, Sprünge in den Sand, sowie Sprünge auf den Treppen sind einige der Übungen, die hier auf dem Programm stehen.

Bei der hohen Belastung die der Körper aushalten muss ist es auch wichtig sich um seine Regeneration zu kümmern. Aktive Regeneration bedeutet leider nicht sich auf die Couch zu setzen und zu entspannen. Nein, hier läuft unsere Physiotherapie auf Hochtouren.  Eine Sportmassage nach dem Training ist Gold wert. Auch die Faszienrolle wird nach jedem Training benutzt, Saunagänge und Eisbad stehen übrigens auch öfters auf dem Programm.

In der Aufbauphase spielt die Ernährung auch eine wichtige Rolle. Nachdem in den Ferien auch mal Chicken Wings mit Pommes gegessen wurde, sollten jetzt wieder mehr Eiweiß, Obst, und Kohlenhydrate auf dem Essensplan stehen. 

Pancake zum Frühstück. Nutella darf auch mal dabei sein :) 

Nach zwei Wochen steht dann auch das erste Fechttraining an und das heißt dann auch, dass wieder einen Muskelkater erwartet da die spezifische Beinarbeit sowie die Beanspruchung der Rumpfmuskulatur nochmal ganz andere Belastungen sind als das Athletiktraining. Die Freude allerdings nimmt hier Übermaß, denn endlich darf man sich wieder mit Degen in der Hand duellieren.  Darauf freue ich mich nach jeder Pause immer wieder.

Nun kann dann auch der erste Weltcup der Saison kommen. Wir sind jedenfalls bereit! 

 

About the author

Lis Fautsch

Lis Fautsch: Geboren am 3. Februar 1987. Studium: Master in Publizistik- und kommunikationswissenschaften & in Business Administration Sportmanagement. Seit 5 Jahren Profifechterin und Soldatin der Sportfördergruppe der Luxemburger Armee. Ihre Waffe: der Degen. Lis ist Mitglied des „Cercle Escrime Sud“ und des „Heidenheimer SB“ und außerdem Mitglied des COSL-Elitekaders. Ihr Ranking im FIE-Worldranking: Platz 89 (von 672). Ihr großes Ziel: die Olympischen Spiele in Tokio 2020.